Kategorie: Reisen

Cognac vom „Château de Montifaud“

Das „Château der Montifaud“ zählt zu einem der letzten privat geführten Häuser. Es liegt im französischen Département Charente Maritime und weist nach der Côte d’Azur die meisten Sonnenstunden im Land auf. Im Sommer schwebt über den Fässern in Kellern und Lagerräumen ein besonderes Aroma. „La part des anges“ nennen die Cognac Winzer den verdunsteten Duft, der über der ganzen Gemeinde liegt. Der so genannte „Anteil der Engel“ beläuft sich auf etwa 20 Millionen Liter Cognac, welche sich buchstäblich Jahr für Jahr in Luft auflösen.

Kommt der Wind aus Westen kommt die Meeresbrise dazu, da der Atlantik nicht weit entfernt ist. In den beiden größten Städten de Region, Cognac und Saintes, leben gerade einmal 50000 Menschen. Alles im Cognac dreht sich um den Cognac, dem bernsteinfarbenen Weinbrand, der zuweilen in kostbare Kristallkaraffen abgefüllt wird, für welche Connaisseure schon einmal mehrere Tausend Euro anlegen, obwohl die dafür gereiften Trauben kaum zu Tafelwein herangezogen werden können. Ugni blanc und Trebbiano sind die beiden Sorten, welche hier gedeihen. Um aus diesen Trauben geistreiche Tropfen machen zu können ist vor allem guter Boden notwendig. Kalkhaltig muss er sein, mit einer dünnen Schichte Erde.

Nach der Gärung wird der Wein zwei mal destilliert. 70 Prozent vom Destillat finden den Weg in die Fässer, dessen Holz den Brand zu einem guten Tropfen werden lässt. Es gibt ihm auch das komplexe Aroma und die sanfte Farbe zwischen hellem Gold und tiefem Amber. Die Winzer sind davon überzeugt, dass es Holz aus französischer Eiche sein muss. Anschließend
mischt der Kellermeister die verschiedene Lagen und Jahrgänge und komponiert ein Bouquet an Aromen, wodurch mancher Cognac teurer ist als ein luxuriöses Parfum. Zudem muss sich der Kellermeister in Geduld üben, denn Cognac ist in jungen Jahren noch unfertig. Im Alter von dreißig bis siebzig Jahren soll Cognac am besten sein, behaupten Kenner. Dann schimmert er goldbraun, duftet nach Trockenfrüchten, exotischem Obst, Orangenblüten und Muskatnüssen. Längst ist er in die „Dame Jeanne“ gewandert, den Glasballon im Korbmantel, oder auch in eine normale Flasche oder Karaffe. Ab diesem Zeitpunkt altert er nicht mehr, so bleibt ein 1914er, welcher im Jahre 1984 abgefüllt wurde, für immer siebzig Jahre alt.

Beispielsweise wacht bei Remy Martin der Kellermeisterin Pierrette Trichet seit 2005 über die Produkte. Die besten Tropfen werden im „Paradies“ aufbewahrt, der letzten Ecke im Keller, die mit einem Gitter gesichert ist. Lange galt Cognac als Altherrentrunk. Das hat sich geändert, seit ihn einige US Rapper zum Kultgetränk ernannten. So gehört es seit Kurzem in den USA zum guten Ton, einen „Henny“ oder „Yak“ zu bestellen.

Das Champagner-Weingut Charles Mignon

Das in der kleinen Stadt Epernay ansässige Weingut ist seit mehr als hundert Jahren mit der Produktion von Champagner befasst. Die Familie arbeitet in eigener Verantwortung und bewirtschaftet eigenen Rebflächen, welche rund um die kleine Stadt zu finden sind. Von Beginn an werden die Champagner des Hauses, welches von aktuell von Bruno Mignon geleitet wird, mindestens 3 Jahre in dm eigenen Kreidekeller auf der Hefe gelagert.

Die Erzeugnisse des Hauses haben in jüngster Zeit ein dermaßen guten Ruf erlangt, dass sie auch in der gehobenen Gastronomie, und hier vor allem in den Städten Lyon, Nizza und Paris nachgefragt und besonders geschätzt werden. Die zur Herstellung verwendeten Trauben stammen allesamt von als Premier Cru eingestuften Lagen, welche sich in den Montagnes de Reims und der Côte des Blancs befinden. Die Erzeugnisse des Hauses Charles Mignon gelten als besonders zart, feinfruchtig und äußerst harmonisch. An Aromen dominieren Pfirsich, Rosen und feiner Toast.

Der Champagner Brut Grande Réserve Premier Cru des Hauses Charles Mignon wird mit einem Restzuckergehalt von elf Gramm pro Liter ausgewiesen. Der fruchtige und in hohem Maße frische Brut Champagner des Hauses Mignon birgt Aromen von besonders harmonierenden Noten von Pfirsich und Aprikosen und einem Hauch von Rosen. Der Geschmack des Charles Mignon Brut Grande Réserve Premier Cru wird von Kennern der Champagne als äußerst feinperlig beschrieben, dessen mineralische Noten in einem leicht süßlichen Abgang münden.

Der Rosé Champagner des Hauses Ch. Mignon wird unter Kennern der Champagne als besondere Spezialität des kleinen, familiär geführten Champagnerhauses betrachtet. Die für diesen Rosé notwendigen Trauben stammen aus zwölf verschiedenen, hoch bewerteten Rebflächen aus nächster Umgebung. Der besonders fruchtige und blumige Rosé Champagner birgt Aromen von frischen roten Früchten, in welchen äußerst dezente Noten von Hefe mit schwingen. Sein Geschmack ereist sich stets als feinnervig prickelnd und ausgewogen, wie auch der lang anhaltende Abgang.

Das Champagner-Weingut Kohler

Die Familie Kohler lebt und arbeitet in der Gemeinde Trelour sur Marne, welche auf einer Anhöhe mit Blick auf das Marne-Tal, 120 km von Paris und 25 km von Epernay entfernt, liegt. Im Jahre 1929 fielen aufgrund eines Erbes Rebflächen an die Familie, wobei zu Beginn die Trauben an große Häuser weiterverkauft wurden Die aus dem Elsaß stammende Familie beschloss zur Feier der Geburt von Séraphin Kohler im Jahre 1956, von nun an Champagner aus den eigenen Trauben herzustellen. Die die Geschichte der aus zwei Ländern stammenden Familie wird durch das am Etikett der Flaschen sichtbare Wappen gekennzeichnet. Aktuell leitet das Haus James Kohler, welcher die Trauben die Champagnerflaschen etwa sieben Monate im vor kurzem renovierten Keller ruhen lässt, ehe sie in Frankreich und im europäischen Ausland gerne genossen werden.

Der trocken ausgebaute Champagner „Cuvée L’Herminette“ kommt nach drei Jahren Reife auf der Hefe mit geringer Dosage von Likör und Rohrzucker, der genaue Wert wird von der Familie nicht öffentlich gemacht, zu Liebhabern und Kennern. Im Glas goldgelb glänzend und mit an Bernstein erinnernden Reflexen bringen lebhaft aufragende Perlenketten aromatische Noten von weißen Blüten und Haselnüssen hervor. Geschmacklich treten Noten von Kaffee und Mandeln hinzu. Die geringe Süße des Champagners zeitigt einen langen Geschmack am Gaumen, welche auch im Abgang noch eine leichte mineralische Note mitbringt. Das Haus Kohler rät, die Cuvée L’Herminette als Mittelpunkt festlicher orientalischer Mahlzeiten zu kredenzen.

Nach mehr als zwei Jahren Reife auf der Hefe erfreut der in traditioneller Weise vinifizierte Rosé Champagner Liebhaber und Kenner im Glas mit einer hellen, an lachsrosa gemahnenden Färbung und lebhaft aufsteigenden Perlen. Zuallererst überraschen Aromen von Rosenblättern, zu welchen nach kurzer Zeit Noten von roten Früchten wie Erdbeeren und Johannisbeeren hinzu treten. Geschmacklich von Aromen von Kirschen dominiert, hält der Rosé das Gleichgewicht zwischen Milde und Frische in einer Weise, welche ihresgleichen sucht. Im lang anhaltenden Abgang erkennen Liebhaber eine leichte säuerliche Note. Das Haus Kohler rät, den trocken ausgebauten Rosé Champagner als Aperitif wie auch zur Begleitung von Desserts wie Fruchtsalate oder einfach nur als Drink am Nachmittag zu nehmen.

Nach drei Jahren Reife auf der Hefe überzeugt der trocken ausgebaute Brut-Champagner Kenner und Freunde mit im Glas strahlender goldgelber, beinah an Stroh gemahnender Färbung und hellsten bis brillanten Reflexen. Die leichte Schaumkrone lässt Aromen frei, welche an frische weiße Früchte und schwarze Beeren denken lassen. Geschmacklich tritt eine Weinigkeit auf, welche von der Ausgewogenheit der verwendeten Rebsorten herrührt. Der von Kritikern als ausgewogen, spritzig und elegant bezeichnete Champagner endet mit erdigen und mineralischen Nuancen im lang anhaltenden Abgang. Die Winzerfamilie Kohler rät, den Champagner bei allen familiären Festen und großen Augenblicken des Tages zu servieren.

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Cape Town, South Africa